Spatenstich für die neue Rodelbahn in Innsbruck/Igls
Rodeln hat in Innsbruck eine lange Tradition. Mit dem Spatenstich für die neue Naturrodelbahn in Innsbruck/Igls wird diese nun wieder sichtbar und zugleich in die Zukunft geführt. Der offizielle Startschuss für das Projekt erfolgte mit dem Spatenstich zum Starthaus, direkt neben der Teehütte auf 1.133 Metern Seehöhe – in unmittelbarer Nähe des historischen Starts der Olympiabahn von 1964. Die neue Bahn ist 805 Meter lang, führt über neun Kurven und überwindet einen Höhenunterschied von rund 101 Metern bis zur Talstation der Patscherkofelbahn. Die Bauarbeiten haben bereits am 17. August mit den Rodungsarbeiten begonnen. Für die Fertigstellung der Trasse sind acht bis neun Wochen vorgesehen. Nach Abschluss der Absicherungsarbeiten (Aufbau der Banden) soll die Homologierung Anfang Dezember erfolgen.
Neue Naturrodelbahn für die Alpinrodel-WM 2027
Mit der neuen Naturrodelbahn kehrt ein Teil der historischen Olympiatrasse von 1964 zurück. Im oberen Bereich folgt die neue Strecke praktisch vollständig der damaligen Linienführung. Im unteren Abschnitt verlässt sie die historische Trasse und verläuft parallel zum Auffahrtsweg zum Herrenstart des heutigen Eiskanals. Damit wird ein großer Teil der ursprünglichen Olympiatrasse wiederbelebt. Die neue Strecke ist somit weit mehr als ein Neubau: Sie ist eine moderne Interpretation einer mehr als 60 Jahre alten Olympiatrasse.
„Sportlich wird die Bahn stärker auf das Alpinrodeln ausgerichtet sein,“ erklärt Marco Holzknecht, Präsident des Tiroler Rodelverbands. „Anspruchsvolle Kehren, Geraden und Kurven sorgen für einen technisch interessanten Streckenverlauf.“ Gleichzeitig ist die Bahn bewusst nicht als reine Highspeed-Rennstrecke konzipiert. Nach der Weltmeisterschaft soll sie auch Freizeitsportlern zur Verfügung stehen. „Geplant ist damit eine sportlich anspruchsvolle, aber zugleich breit nutzbare Naturrodelbahn – zwischen klassischer Familienrodelbahn und kompromissloser internationaler Rennstrecke,“ so Holzknecht weiter. „Ganz im Sinne des Tiroler Rodelverbands.“
Kunstbahn-WM und Naturbahn-WM am selben Ort
Mit der neuen Naturrodelbahn eröffnet sich für Innsbruck-Igls eine besondere Perspektive: Erstmals können Weltmeisterschaften auf Natur- und Kunstbahn unmittelbar am selben Standort ausgetragen werden. „Das Alpinrodeln erhält damit die Möglichkeit, seine Weltmeisterschaft direkt neben dem Eiskanal zu veranstalten,“ sieht Holzknecht die Vorteile. Eine Besonderheit ist auch der gemeinsame Zielbereich: Naturrodelbahn und Eiskanal führen in denselben Zielraum und können damit eine gemeinsame Medal Plaza nutzen.
Damit wird die neue Heiligwasserbahn auch sporthistorisch zu einem besonderen Projekt: Die Olympiatrasse von 1964 kehrt zurück – unmittelbar neben der modernen Kunsteisbahn von Innsbruck-Igls.